Historie

Die erste Erwähnung der Neuen Mühle Wildau-Wentdorf stammt von 1722.  Im 19. Jahrhundert erwirbt sie Müllermeister Friedrich Hecht, der sie bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts an seine Nachfahren weiterreicht. Seit ca. 1900 wird die Mühle von Müllermeister Gustav Pinnow als Mahl- und Sägemühle betrieben. 1901 lässt er ein neues Mühlrad von der Firma Wetzig einbauen. Auseinandersetzungen zwischen benachbarten Müllern um die Staurechte  waren sehr häufig: 1925 macht ihm der Besitzer von der Dammühle die Stauhöhe streitig; 1929 erhebt Gustav Pinnow seinerseits Einspruch gegen das beantragte Staurecht der flussabwärts gelegenen Heidemühle. Am 10.Mai 1907 brennt die gesamte Mühlenanlage ab und wird danach wieder neu errichtet.Ca. 1930 übernimmt Gustavs Sohn, Ewald Pinnow, Müllermeister und Landwirt, die Mühle. Er ist der letzte Müllermeister an diesem Standort. Er nutzt das Sägewerk nicht mehr gewerblich und verkauft die gesamte Mühle in den 60er Jahren, um sich nunmehr ausschließlich der Landwirtschaft zu widmen. Käufer ist ein Leipziger Betrieb, der ein Ferienlager errichten möchte, welches jedoch nie zustande kommt. 1984 kauft Familie Glitzner die Mühle und richtet in den Nebengebäuden eine Glaswerkstatt ein.  1998/99 baut Familie Glitzner in eigener Regie ein neues mittelschlächtiges Wasserrad ein (Durchmesser 4,40m), das eingehaust ist. Nach dem Tod ihres Mannes verkauft Irene Glitzner 2007 die Mühle an Matthias Kiekbusch und Christina Berger. Seit Mai 2008 erzeugt das Mühlerad mittels eines Generators Strom, der den Haushaltsstrom ergänzt.Die Neue Mühle Wildau-Wentdorf soll in den kommenden Jahren restauriert und zu einem Kulturort ausgebaut werden. Geplant sind ein Literaturcafé, ein Kultur- und Seminarsaal, Pensionszimmer und eine behindertengerechte Ferienwohnung. Um dies verwirklichen zu können werden gerne Spenden entgegen genommen.

Die Photos wurden freundlicherweise von Horst Pinnow, dem Sohn des letzten Müllermeisters Ewald Pinnow, zur Verfügung gestellt.

Blick auf das Radhaus mit Wehr in den Jahren 1910, 1920 und 1950